Martinszeit tief im Kölner Westen: Pariser Charme und Chic im „Le Bistrot99“

Am 11.11. startet in Köln die Karnevalssession mit der Vorstellung des Dreigestirns. Daneben ist der Martinstag am 11. November im Kirchenjahr das Fest des heiligen Martin von Tours, das die karitativen Taten von Sankt Martin etwa mit Laternen- und Fackelumzügen würdigt. Auch das traditionelle Gans-Festessen in der Martinszeit bis Weihnachten wird historisch an den Heiligen angelehnt. Die Kulinarik der Martinsgans steht dabei als europäisches Kulturerbe mit völkerverständigendem Gedanken, der besonders das deutsch-französische Verhältnis von jeher bewegt hat.

 

„Trikolore“ – Kunst, Kultur, Kulinarik

Kommt dann noch ein Kunstaspekt hinzu wie im Restaurant „Le Bistrot99“ auf der Aachener Straße in Junkersdorf komplettiert sich die „Trikolore“ – Kunst, Kultur, Kulinarik – praktisch von selbst. Die Macherin des französischen Flairs unmittelbar hinterm Fußballstadion heißt Heike Iserlohe. Im Hauptberuf ist sie seit Dekaden erfolgreich als Malerin tätig. Gebürtig aus Fulda und Ex-Studentin eines Professors der russischen Avantgarde konnte sie zunächst mit ihrem figurativem-abstraktiven Stil in Paris debütieren. Aus der Stadt der Liebe dann der Liebe wegen ins Rheinland mit ihrem Mann, Dorint-Aufsichtschef Dirk Iserlohe, eröffnete sie 2007 das „Bistrot99“ nebst verwandter Galerie „Kunstraub99“ im selben Haus.

Standhafte Bistro99-Bastion

Iserlohe sagt von sich, sie könne sich keine Zahlen merken, doch dafür hat ihr Ensemble aus Gastronomie-, Ausstellungs- und Event-Location inzwischen die Volljährigkeit erreicht. Und diese Leistung hat „très bien“ verdient in Zeiten von Post-Corona und multiplen Wirtschaftskrisen. Gefragt nach ihren Auswahlkriterien für Künstler:innen, deren Werke als Exponate für die Galerie infrage kommen, ist die Antwort direkt: „Ich will mich nicht festlegen, sondern zeigen, was mir gefällt.“ Der feingeistigen Individualität mit freiheitlicher Tendenz scheint eine Portion aus französischer Revolution inne gemixt mit feiner „Asterix und Obelix“-Prise. Voilà, das „Bistrot99“ funktioniert kontinuierlich im Sinne einer standhaften Bastion in den weiten Ausläufern des Kölner Westens.

 

Gansmenü très magnifique

Beim Gastro-Konzept in einem harmonischen Ambiente steht immer das verbindende Element von Kunst und Kulinarik an erster Stelle. Heike Iserlohe betont, dass es von ihrem Team – „fühlt sich wie Familie an“ – gelebt würde. Genau wie eben jetzt zur Herbst- und Winterzeit die deutsche Martinsgans mit dem Esprit von Savoir-vivre eine Interpretation erfährt. Das Menümotto „Gans á la française“ lässt sich ganz klassisch als „magnifique“ charakterisieren: Ein herrliches 3-Gänge-Essen, dessen Entrée aus einer Kürbiscremesüppchen komponiert ist, deren Aromen mannigfaltig Mund und Gaumen freuen. Die Münsterländer Freilandgans kommt mit karamellisiertem Rotkraut und glasierten Maronen an Kartoffelknödeln wie von Muttern in Person von Bistrot99-Chefkoch Gregor Gehrmann. Dieser führt die Küche seit dem Gründungstag. Der formvollendete Serviceleiter Fethi zählt ebenfalls zu den Personal-Urgesteinen. Er serviert mit weichem „Oui“-Original-Akzent, bei dem die Ohren klingen, das zarte Zimtparfait mit Kirschkompott zum Dessert. Vorm ersten Biss laufen die Augen über vor Schmelz.

 

Hauch von Pariser Charme

Der Hauch von Paris Charme scheint das Geheimnis zu sein, wieso man der „Gans á la française“ neben köstlichem Essen die „Création par excellence“ attestiert. Es macht den Unterschied im Geschmack aus, in einem „très chic“ dekorierten Bistro zu genießen, dessen Wände mit Kunst geschmückt sind und wo man still „Merci“ für stilvolle Tischkultur denkt. Ein Gesamtwerk aus den Händen einer kreativen Gastgeberin, deren schöpferische Wurzeln an der Seine liegen, die sie Köln am Rhein zum Glück zur Verfügung stellt.

 

3-Gänge-Gänsemenü für vier Personen: Euro 65,- pro Person.

Gans viel Genuss: Münsterländer Freilandgans für Euro 190,-.

Wahlweise sind beide Spezialitäten als „Gans to go“ erhältlich.

Es wird um Reservierung bzw. Bestellung zwei Tage im Voraus gebeten.

www.lebistrot99.com | www.kunstraub99.com

Aachener Straße 1002, 50858 Köln-Junkersdorf

Öffnungszeiten: Mo.-Fr. ab 12 Uhr | Sa. ab 18 Uhr

Das neue Veranstaltungsprogramm „Les Nuits99“ geht bis Januar 2026.

 

Text/Fotos: Ariane Günther

Medium der Erst-Veröffentlichungen:

https://koeln-magazin.de/news/eine-martinsgans-wie-gemalt

https://koeln-magazin.de/gastronomie-in-koeln/franzoesische-restaurants/le-bistrot99