Stadt-Land-Fluss-Rundtour in der Südeifel

Wer sich fragt, ob Regionen in Rheinland-Pfalz nach dem Hochwasser im Sommer 2021 für Herbstaktivitäten überhaupt momentan betretbar geschweige denn befahrbar sind, dem sei die Stadt-Land-Fluss-Tour zu empfehlen. Die Aufräumarbeiten sind zwar nicht abgeschlossen und man sieht an Uferböschungen oder auch in der freien Landschaft, wie gewaltig die Kräfte der Flut gewirkt haben. Doch die hier beschriebene E-Bike-Route ist tadellos nutzbar. Nach wie vor bedeutet Radfahren in der Eifel Entschleunigung pur, bei der man den Blick über die Höhen und weit über Feld und Flur in die Ferne schweifen lassen kann. Die Natur ringsherum entspannt wie auch malerische Eifeldörfer mit ihrer friedlichen Beschaulichkeit punkten, zu der sich die Freundlichkeit von Gastgebern bzw. Gastronomen gesellt.

 

Auf 40 Kilometern quert der Nimsradweg

Die abwechslungsreiche ca. 40 Kilometer lange Rundstrecke beginnt in der Bierstadt Bitburg im Herzen der Südeifel. Wer erfahren möchte, wie aus Hopfen und Malz das Premium-Pils der gleichnamigen Brauerei wird, lernt dies bei einer Führung inklusive Verkostungsmöglichkeit in der „Bitburger Erlebniswelt“. Unterwegs nach Bitburg-Masholder verläuft hier der Einstieg in den Nimsradweg. Der Ausschilderung folgend liegt auf dem Weg der Ort Messerich, wo sich zum Beispiel ein Einkehren im „Hofcafé“ lohnt. Darüber hinaus bietet der traditionsreiche Familienbetrieb der „Brennerei Artefakt“ Besuchern an, bei Besichtigungen von Brennanlage und Gewölbekeller die einzelnen Phasen der Destillation kennenzulernen.

 

Zentrum der Antike in der Römischen Villa

Der folgende Abschnitt führt zu einem wahren zeitgeschichtlichen Juwel unter freiem Himmel. Die Sehenswürdigkeit „Römische Villa Otrang“ liegt in einem offenen Hügelgelände nahe der Gemeinde Fließem. Durch architektonische Ausgrabungen des weitläufigen Gebäude-Ensembles haben Wissenschaftler der Fundstätte als „Zentrum der Antike“ – gemeinsam mit Trier - bescheinigt, eine der größten und besterhaltenen römischen Villenanlagen nördlich der Alpen zu sein. Anhand von Münz- und Mosaikrelikten, einem Tempelbezirk und Gräberfeld sowie der unterschiedlichen Bauphasen der Thermenbäder lässt sich eine Besiedlung des Herrenhauses um ca. 400 n. Chr. nachweisen. Mehrmalige Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen führten zu einer Grundstücksfläche von über 3600 Quadratmetern.

 

Von Rittersdorf zur Stadtführung mit Legionär

Im weiteren Verlauf wird man vom beruhigenden Plätschern der Nims begleitet. Es geht vorbei an Rittersdorf mit seiner rund 1000 Jahre alten Wasserburg, in die ein privat geführtes Landküchen-Restaurant lockt. Natürlich unter der Voraussetzung, dass der Betrieb nach seinem Unwetter-Schaden wieder geöffnet werden konnte. Die Tour endet nach einigen Fachwerkhäuser-Orten mit ihren Eifel-typischen Bauernhöfen, Kirchen, Pfarrhäusern und Dorfplätzen wieder in Bitburg-City, in der sich der archäologische Parcours quer durch Stadt gut für ein Sightseeing per pedes eignet. Als Alternative kann eine Stadtführung mit einem komplett in römischer Uniform gekleideten Legionär gebucht werden, der Geschichten und Anekdoten rund um den Kreis Bitburg-Prüm mit seiner 2000-jährigen Geschichte erzählt.

 

Nützliche touristische Links:
www.rlp-tourismus.de
www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de
www.eifel.info
www.eifel-direkt.de
www.bitburg.de
www.ebike-eifel.de

Text/Fotos: Ariane Günther (Teaser- und Herzfoto, Legionärs-Stadtführer); Heiner Brock (Radfahraufnahme)

Medium der Erst-Veröffentlichung:

https://radtouren.de/rad-news/stadt-land-fluss-rundtour-in-der-suedeifel